Was teure Cremes versprechen

In gehobenen Kosmetika stecken angeblich viele Wirkstoffe. Was genau oder wieviel davon wirklich drinnen ist, wissen aber die Wenigsten.

Was in der jeweiligen Creme, Serum oder Maske steckt, findet sich auf der Verpackung, auf dem Etikett oder einem Beipacktext.  Die Grundlage jedes Kosmetikprodukts bilden Basisstoffe. Sie stehen im oberen Drittel der Zutatenliste. Das sind neben Wasser und Ölen auch Stoffe wie Glycerin, Alkohol oder Emulgatoren.

Die Wirkstoffe befinden sich im Mittelfeld der Liste. Sie werden verwendet, wenn neben der generellen Pflege spezielle Effekte erwünscht sind – wie Fältchen glätten, die sensible Haut beruhigen oder Pickel verhindern. Je höher die Konzentration der Wirkstoffe, desto weiter oben rangieren sie auch auf der INCI-Liste.

Zum Schluss sollten nur noch Konservierungsmittel, Duft – und Farbstoffe stehen. Sind hingegen am Ende die Wirkstoffe wie Retinol (Vitamin A) oder der Name des Extrakts (z.B. Centella Asiatica Extract) aufgelistet, dann weißt du, dass in der Creme nicht allzu viel von dem hochgepriesenen Wirkstoff drin ist.

Hände weg von Inhaltsstoffen wie PEG und Parabene. PEG sind Emulgatoren, die jedoch krebserregende Substanzen enthalten und daher nichts in Kosmetika zu suchen haben. Parabene sind Konservierungsstoffe, die im Verdacht stehen, die Geschlechtshormone zu beeinflussen und unter Umständen für Unfruchtbarkeit verantwortlich sind.

Hier ein kleiner Überblick der gängigsten Wirkstoffe:

Aloe Vera: wird sehr vielseitig eingesetzt. In Cremes mildert sie Hautirritationen und wirkt als Super-Feuchtigkeitspender. Unterstützt auch den Regenerationsprozess der Haut. In konzentrierter Gelform lindert Aloe Vera gerötete, entzündete Haut (z.B. bei Sonnenbrand).

Aminosäuren unterstützen als Inhaltsstoffe von Cremes die Regeneration.

Centella asiatica (Tigergras): wirkt gegen Entzündungen und regeneriert die Haut. Zusätzlich fördert es den Kollagenaufbau und die Durchblutung. Es wird daher gerne auch in Anti-Cellulite-Produkten eingesetzt.

Ceramide dienen der Barrierefunktion der Epidermis (oberste Hautschicht). Ceramide sorgen hier dafür, dass die Haut einerseits keine Feuchtigkeit verliert und andererseits keine Schadstoffe eindringen können. Verschiedene Wirkstoffe wiederum können eingekapselt in Ceramiden die Epidermis durchdringen. In Cremes gleichen die Stoffe einen Mangel an hauteigenen Fetten aus.

Glycosphingolipide (GSL): darunter versteht man eine Gruppe von Lipiden, die am Aufbau von Zellmembranen beteiligt sind. Sie enthalten einen Ceramid-Anteil, und einen Kohlenhydratanteil. Fazit: mit Hilfe der GSL können Wirkstoffe ebenfalls in die tieferen Hautschichten eingeschleust werden.

Grüntee-Extrakt (Camelia Sinensis): hat einen hohen Gehalt an Polyphenolen und wird als Radikalfänger genutzt. Die antioxidative Wirkung ist doppelt so hoch wie die von Vitamin E. Es ist entzündungshemmend und wirkt tonisierend. Daher auch gut für Gesichtswasser geeignet.

Gurken-Extrakt: wird in kosmetischen Produkten bei trockener, reifer, empfindlicher Haut, geschwollenen Augen und Beinen eingesetzt. Er wirkt entzündungshemmend, juckreizstillend, feuchtigkeitsspendend, kühlend, abschwellend und erfrischend.

Hammamelis: wirkt wegen seiner reizlindernden Eigenschaften gut gegen Hautunreinheiten, Sonnenbrand, Ausschlag, fettige Haut und auch gegen Krampfadern.

Hordeum vulgare: das Weizenkeimextrakt wirkt geschmeidig und weichmachend und wird daher gerne für Gesichtscremes aber auch Haarpflegeprodukte verwendet. Es schützt die Haut vor schädigenden Einwirkungen durch äußere Einflüsse.

Mäusedorn (Ruscus Aclaetus Root Exctract): ist ein wahrer Alleskönner. Es wirkt antibiotisch und entzündungshemmend (unreine Haut), wirkt gegen Schwellungen (vor allem im Augenbereich) und wird auch gegen Hautrötungen und in der Anti-Cellulite-Behandlung eingesetzt.

Hyaluronsäure oder Glycosaminoglycan ist ein wichtiger Bestandteil des Bindegewebes. Sie ist für die Wasserbindungsfähigkeit der Haut verantwortlich und kommt in der Oberhaut und den darunter gelegenen Bindegewebsschichten vor. Hya-Säure hilft, die Haut mit Feuchtigkeit zu versorgen und das Hautbild zu glätten.

Koffein: hautstraffend, entwässernd und durchblutungsfördernd. Es ist daher sehr beliebt in der Herstellung von Augengels (gegen Augenringe), in Gesichtsmasken und in der Anti-Cellulite-Pflege.

Panthenol (Dexpanthenol oder D Panthenol ) ist die stabilere Form des B-Vitamins Pantothensäure. In Hautpflegepräparaten sorgt es für eine verbesserte Hautfeuchtigkeit, indem es tief in die unteren Hautschichten eindringt und dort Wasser bindet. Panthenol fördert den Energiestoffwechsel der Hautzellen und deren optimale Ernährung. Es regt, ähnlich wie das Vitamin A, die Teilung der Hautzellen an.

Parakresse: dieses Tropengewächs aus Südamerika ist der Renner in der Fältchen-Therapie. Die Pflanze enthält Derivate von ungesättigten Fettsäuren, was sie zum Einsatz im Bereich der Faltenreduktion prädestiniert. Man nennt es auch das vegane Botox, da sich durch den Einsatz von Parakresse kleine Mimikfältchen (Stirn,Augen) sehr gut glätten lassen. Ein wässriger Extrakt der Parakresse ist in der Lage, die Muskelkontraktionen im Gesicht zu blockieren und so den durch Mimik verursachten Gesichtsfalten entgegenzuwirken.

Retinol (Vitamin A) ist ein wichtiges Antioxidans, das vor freien Radikalen schützt. Es kommt in Milchprodukten, Karotten, Aprikosen, Paprika und Fischöl vor. Als Kosmetikprodukt wird es zum Schutz vor Umweltbelastungen aufgetragen. Außerdem unterstützt es die Regeneration geschädigter Hautzellen und beugt der Faltenbildung vor.

Salycylsäure: wirkt bei unreiner Haut. Außerdem erhöht es die Wirkung anderer Stoffe. Und sie hilft, Hornhaut an besonders belasteten Hautstellen wie beispielsweise den Füßen abzutragen. Der Wirkstoff wird auch bei chemischen Peelings zur Glättung der Gesichtshaut eingesetzt.

Schachtelhalm: enthält viele Mineralstoffe und Kieselsäure und wirkt daher kräftigend auf Haar und Nägel sowie das Bindegewebe der Haut. Die darin enthaltenen Kaffeesäurederivate sorgen zusätzlich für eine durchblutungsfördernde und entzündungshemmende Wirkung bei Hautunreinheiten.

Teebaumöl (Melaleuca alternifolia): wirkt reinigend, klärend und stärkend auf das Hautgewebe. Es wird daher bevorzugt in der Pflege gegen Pickel eingesetzt. Durch seine antivirale und antibiotische Wirkung aber auch gegen jede Form von Entzündung.

Vitamin B12: wirkt gegen trockene, zu Schuppenbildung neigende, aber auch unreine Haut. Hilft zerstörte Hautzellen zu regenerieren.

Vitamin C: Für die reife Haut ist das Vitamin C ein Wirkstoff, der sowohl zur Vorbeugung gegen Hautalterung als auch zur Regeneration eingesetzt wird. Die positive Wirkung des Vitamins auf die Haut wurde in mehreren Placebo-kontrollierten Studien wissenschaftlich nachgewiesen. Damit gehören das Vitamin C und seine Derivate zu den bestbelegten Anti-Aging-Wirkstoffen, die den Kosmetikherstellern zur Verfügung stehen.

Zink: wirkt antiseptisch, entzündungshemmend und desinfizierend. Zink fördert bei Hautverletzungen den Wundverschluss, da es eine Art Klebstoff bildet. In Pflegecremes wirkt es optimal gegen alle Arten von Hautunreinheiten.

2 Kommentare. Hinterlasse eine Antwort

  • Jasmin Puntigam
    16. September 2018 22:05

    Hallo, kann man diese Creme auch nur abends verwenden und morgens die gewöhnliche tagespflege und danach make up?
    Vielen Dank für die Antwort.
    Liebe Grüße Jasmin Puntigam

    Antworten
    • Ja, wenn die Haut nicht zu stark beeinträchtigt ist, reicht einmal abends. Wenn du die Creme morgens anwenden möchtest, warte einfach ein paar Minuten und trage dann das Make up auf.

      Liebe Grüße
      Sigrun Frohner

      Antworten

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